Potsdams U20-Nationalspielerin Bianca Schmidt.
Foto: Jan Kuppert
Bianca Schmidt, Abwehrspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam, trifft am heutigen Nachmittag mit der deutschen U20-Nationalmannschaft in Bochum im WM-Viertelfinale auf Nordkorea.
Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen WM-Verlauf?
Bianca Schmidt: Die WM ist für uns bislang optimal verlaufen. Wir haben alle Gruppenspiele souverän gewonnen, mit vielen Toren dabei auch den Zuschauern etwas geboten. Für mich persönlich war der Start eher suboptimal, die rote Karte im ersten Spiel gegen Costa Rica hat mich erst einmal ausgebremst. Im dritten Vorrundenspiel gegen Frankreich habe ich versucht, der Mannschaft dann wieder so gut wie möglich zu helfen und ich denke, das war auch ganz akzeptabel. Mit dem Beginn der K.o.-Runde heute fängt alles wieder bei Null an, jetzt werden wir sehen, was die bisherigen Spiele gebracht haben. Ich denke, dass es jetzt umso mehr darauf ankommt, dass ich die Mannschaft mit meinen Erfahrungen, die ich bereits gesammelt habe, unterstützen kann.
Das Team aus Nordkorea gilt als einer der ganz heißen WM-Titelfavoriten.
Bianca Schmidt: Darum wissen wir und erwarten dementsprechend auch ein ganz schweres Spiel. Die Nordkoreanerinnen haben nicht ohne Grund 2006 die U20-WM gewonnen und standen 2008 im Finale. Wir wären gern erst im späteren Turnierverlauf auf diesen Gegner gestoßen. Aber jetzt ist es so und wir werden das Beste draus machen. Nordkorea ist schwer zu bespielen, die Mannschaft ist immer präsent, technisch stark und kompakt, du kannst sie einfach nicht abschütteln, hast das Gefühl, die stehen ständig hinter dir. Das ist ein durchweg gute Elf, es sticht niemand besonders hervor, aber es fällt auch niemand leistungsmäßig ab – die sind ausnahmslos alle gut.
Gab es eine besondere Vorbereitung für das Viertelfinalspiel?
Bianca Schmidt: Ja, wir hatten eine Trainingseinheit, in der wir konkret auf den Gegner eingestellt wurden. Außerdem gab es natürlich die obligatorische Spielbesprechung. Ich denke, wir gehen gut vorbereitet in das Spiel.
Du spielst eine Weltmeisterschaft im eigenen Land –pusht das zusätzlich?
Bianca Schmidt: Natürlich. Die Stadien bei unseren Spielen waren voll, das wäre in einem Land sicher nicht so gewesen. Die Stimmung unter den Zuschauern ist prima, es ist ein tolles Gefühl, solch ein großes Turnier im eigenen Land spielen zu können. Ich genieße das sehr.
In Potsdam läuft seit einer Woche die Saisonvorbereitung. Hast du Kontakt zu deinen Vereinskolleginnen?
Bianca Schmidt: Wir sind ja bei der WM mit insgesamt sechs Turbine-Spielerinnen. Da hat jeder so seine Kontaktpersonen, mit denen er sich regelmäßig darüber austauscht, was zu Hause läuft. Ich telefoniere regelmäßig mit Babs (Babett Peter, d.R.), wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden.