Duell der Nationalspielerinnen - Fatmire Bajramaj (r.) gegen Annike Krahn.
Foto: Jan Kuppert
Potsdams Fußball-Nationalspielerin Lira Bajramaj ist guter Dinge. „Das 2:0 gegen den FC Bayern gibt Sicherheit für das nächste Spiel am Sonntag gegen Duisburg“, sagte die 22-Jährige, die in der Bundesligapartie gegen München ein Tor vorbereitet und einen Treffer erzielt hatte.
Am Sonntag muss der 1. FFC Turbine im Halbfinalrückspiel der Women’s Champions League einen 0:1-Rückstand wettmachen, um in das Endspiel am 20. Mai im Madrider Vorort Getafe einzuziehen. Die spielfreudige Bajramaj hofft natürlich auf ein gutes Ende gegen ihre ehemalige Mannschaft aus Duisburg. „Es ist ein absoluter Traum, Europas beste Mannschaft zu sein.“
„Die Chancen zum Finaleinzug stehen 50:50“, glaubt Potsdams Trainer Bernd Schröder. „Warum sollte uns nicht ein 3:1 gelingen?“, fragte er. „Alles ist offen, die Karten werden neu gemischt. Durch den Sieg gegen den Vorjahreszweiten München hat sich unsere Ausgangsposition verbessert. Der Erfolg ist gut für die Moral meiner Mannschaft und zugleich ein Achtungszeichen für den Gegner“, erklärte der 67-Jährige.
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hat ihrer Mannschaft durch das 1:0 im Hinspiel zwar einen „klitzekleinen Vorteil“ bescheinigt, mehr aber nicht. „Ich habe immer gesagt, dieses Halbfinale wird in Potsdam entschieden. Unser Ziel muss es sein, mindestens ein Tor zu schießen – und zwar möglichst schnell. Dann haben wir gute Chancen, nach Madrid fahren zu dürfen”, betonte die 42-jährige Ex-Nationalspielerin, die mit dem Team des Uefa-Pokalsiegers am heutigen Freitag nach Potsdam reist und alle Spielerinnen zur Verfügung hat.
Beide Trainer sind sich einig: Die Tagesform werde entscheiden. „Wenn man gut drauf ist, kann man alles erreichen“, sagte Schröder. „Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich absolut auf Augenhöhe befinden, die sich genau kennen. Wir werden schauen, wer am Ende den längeren Atem und vielleicht das Quäntchen mehr Glück hat“, erklärte Martina Voss. „Der Erfolg hängt von Kleinigkeiten ab“, ergänzte Schröder.
Turbine wird jedoch effektiver spielen müssen als in den Partien zuvor. So sagte Lira Bajramaj nach dem Bayern-Match: „Es ist nicht normal, dass wir so viele hundertprozentige Torchancen auslassen.“ Die Spielerin mit der Rückennummer 10 nahm sich da nicht aus. Einmal traf sie gegen München den Pfosten, gleich zweimal schoss sie den Ball aus guter Position über die Querlatte in die Wolken.
„Da müssen wir konsequenter sein“, forderte ihre Kollegin Jennifer Zietz, die im Hinspiel in Duisburg ebenfalls nur das Aluminium getroffen hatte. „Der Aufwand ist zu hoch, das können wir uns auf Dauer nicht leisten“, grummelte Schröder. Physisch sieht der Trainer seine Truppe durch das Bundesligaspiel unter der Woche im Nachteil gegenüber den Duisburgerinnen. Die hatten spielfrei. Für Lira Bajramaj kein Grund zur Sorge. „Wir werden uns gut regenerieren“, versprach sie.
Im zweiten Halbfinale treffen ebenfalls am Sonntag (12 Uhr) Umeå IK und Olympique Lyon aufeinander. Lyon gewann das Hinspiel mit 3:2.