Bernd Schröder, Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam, war nach Abpfiff der Bundesliga-Nachholpartie gegen Tabellenschlusslicht SC Freiburg, das die Potsdamerinnen deutlich mit 4:0 (2:0) gewannen, gleich doppelt erleichtert.
Nadine Keßler macht überraschend das halbe Dutzend Nationalspielerinnen aus Potsdam beim Algarve-Cup voll.
Zum einen darüber, das „erste Spiel nach der langen Winterpause gut über die Bühne gebracht zu haben“, zum anderen, überhaupt gespielt zu haben: „Ein großer Dank an die Freiburger, die alles dafür getan haben, das Spiel stattfinden zu lassen“, lautete der erste Kommentar direkt nach Abpfiff.
Seine Mannschaft hatte zuvor im Freiburger Möslestadion zwar Startschwierigkeiten offenbart, die Partie letztlich aber souverän gewonnen. „Die ersten 20 Minuten haben wir völlig verschlafen“, bilanzierte der Coach. Die Platzherinnen verzeichneten die erste Großchance, als ein Kopfball von Susanne Hartel nur am Pfosten landete (13.).
Ein Weckruf für die Brandenburgerinnen zur rechten Zeit, die sich nun zusammenrissen und die Schlagzahl erhöhten. In Folge schnürten sie das um den Klassenerhalt kämpfende Freiburger Team in dessen Hälfte ein und erarbeiteten sich gute Chancen. Im Tor der Schweizer Nationaltorhüterin Marisa Brunner schlug es jedoch erst ein, als sich Jennifer Zietz ein Herz fasste und aus 20 Metern einfach mal abzog — maßgenau landete der Ball im linken oberen Eck (24.). Nadine Keßler erhöhte per Kopf nach einer Hereingabe von Viola Odebrecht zum 2:0-Pausenstand (36.).
Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Spiel auf ein Tor fort, dennoch reichte es für den Tabellenführer nur noch zu zwei weiteren Toren. Erneut Keßler, die einen Querpass von Turbine-Debütantin Yuki Nagasato nach deren erster Ballberührung über die Torlinie schob (48.), sowie Zietz per Soloaktion (68.) stellten den 4:0-Endstand her.
„Ein auch in der Höhe verdienter und zu keiner Zeit gefährdeter Arbeitssieg“, so Schröders Fazit. Gute Noten stellte er seinem Winterneuzugang Nagasato aus, wenngleich „sie noch den Respekt vor ihren Mitspielerinnen ablegen und ein stückweit egoistischer spielen muss“.
Ein Anruf von Bundes-Co-Trainerin Ulrike Ballweg rundete den erfolgreichen Ausflug nach Freiburg ab. Sie nominierte Nadine Keßler für die heute beginnende Länderspielreise der Nationalmannschaft zum Algarve-Cup nach. Damit fahren sechs Potsdamerinnen nach Portugal.